Schwics

Fümms bö wö tää zää Uu. rakete rinnzekete.

Dadaistisches Lautgedicht oder Tic-Phänomen der Tourette-Krankheit?

Am 13. April und am 16. April 2011 fanden am Lichthoftheater in Hamburg-Bahrenfeld die Premiere und eine weitere Aufführung eines Theaterstücks mit dem Titel „Schwics“ statt. Wir versuchten in dem neuen Stück noch stärker auf Tics und Bewegungsstörungen einzugehen als bei “Neurovisions“ und somit die Grenzen zwischen Tics und Kunst verschwimmen zu lassen. Das Stück hatte eine Dauer von etwa 75 Minuten und bestand aus drei Teilen. Im ersten Teil betraten die Zuschauer das Theater, während einer der Performer bereits auf der Bühne stand, was ja nicht typisch ist. Die Zuschauer bekamen bereits einen Anlass über das Kommende nachzudenken und waren wahrscheinlich erst einmal irritiert, womit bereits die erste Parallele zu Reaktionen der Öffentlichkeit geschaffen war. Nachdem sich alle Zuschauer gesetzt hatten, betraten zwei weitere Performer die Bühne. In der Folge standen alle drei eine Weile auf ihren Plätzen ohne sich zu bewegen um dann plötzlich mit ticartigen Bewegungen, wie z.B. mit einem wiederkehrenden Kratzen in Bewegungen zu geraten.

Im zweiten Teil präsentierte die Stimmkünstlerin Frau Aulbert die „Ursonate“, einem dadaistischen Lautgedicht des Hannoveraner Künstlers Kurt Schwitters.

Kurt Schwitters war ein deutscher Maler, Dichter, Werbegrafiker und Künstler, der unter dem Kennwort MERZ ein dadaistisches „Gesamtweltbild“ entwickelte. Im Bereich der Installation war er ebenfalls tätig. Seine Werke umfassen die Stilrichtungen Dada, Konstruktivismus und Surrealismus.

Die „Ursonate“ ist wohl eines der berühmten Gedichte aus seiner Feder.

Der dritte Teil von „Schwics“ stellte eine Vortragssituation dar. Es wurde ein Tisch direkt vor dem Publikum aufgebaut, an dem die drei Performer Platz nahmen. Hier wurden in wechselnder Folge Lautgedichte von Schwitters, neurologische Fachvorträge und Selbstreflexionen eines Tourette-Betroffenen, der einer der drei Performer war, präsentiert.

 

Die Sendung „Bauerfeind“ auf 3Sat berichtete exklusiv von der Aufführung.