Tremor (Zittern) ist definiert als rhythmische Bewegungen um eine Bewegungsachse herum. Unterscheidungsmerkmale sind die Frequenz, die auslösende Situation (in Ruhe oder bei bestimmten Tätigkeiten) und die betroffene Körperregion.

Tremor ist wahrscheinlich die häufigste Bewegungsstörung des Menschen und kommt bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen vor.
Hierbei lässt oft die Art und Ausprägung des Tremors keinen Rückschluß auf die Ursache zu. Es gibt auch bestimmte Tremorformen, bei denen es sich um eigenständige Erkrankungen handelt.

Bei jedem Menschen besteht ein gewisses „Grundzittern“. Dieser physiologische Tremor hat bei Erwachsenen eine Frequenz zwischen 8 und 12/s. Er kann durch Angst, Unruhe oder auch eine Reihe von Medikamenten, vor allem an den Armen, sichtbar werden.

Die häufigste, mit höherem Alter zunehmende Tremor-Erkrankung ist der essenzielle Tremor. Etwa 4% der Erwachsenen jenseits des 40. Lebensjahres sind hiervon betroffen. Der Erkrankungsbeginn ist zweigipflig mit einem Gipfel in der Kindheit und einem im frühen Erwachsenenalter. Der essenzielle Tremor betrifft immer die Arme, und zwar in der Halteposition oder während bestimmter Aktionen und besteht beidseitig. Im Krankheitsverlauf breitet er sich häufig vom Arm auf den Kopf und manchmal auch auf die Stimme aus.

Manche Tremorformen treten nur beim Stehen (orthostatischer Tremor) oder bei bestimmten Körperhaltungen oder Tätigkeiten auf (Aufgaben- und positionsspezifischer Tremor). Auch kann Tremor mit einer Dystonie (link) vergesellschaftet sein. Tremor, insbesondere in Ruhe, ist ein typisches Zeichen einer Parkinson Erkrankung. Zahlreiche Medikamente können einen Tremor hervorrufen.

Die symptomatische Therapie des Tremors erfolgt meist mit Medikamenten.
In ausgewählten Fällen kommen auch neurochirurgische Verfahren in Betracht (z.B. die tiefe Hirnstimulation).