Es handelt sich um unwillkürliche plötzliche kurze Muskelzuckungen, denen, anders als Tics, kein Drang vorausgeht und die sich auch nicht unterdrücken lassen. Myoklonien werden danach eingeteilt, wann sie auftreten (in Ruhe, bei Bewegung oder durch bestimmte Außenreize), welche Körperregion betroffen ist und ob sie rhythmisch oder unregelmäßig sind. Die Ursachen von Myoklonien und die Krankheiten, die mit Myoklonien einhergehen, sind vielfältig.

Bei Neugeborenen treten in seltenen Fällen in den ersten Lebenswochen kurze Phasen von Myoklonien in bestimmten Schlafstadien auf. Sie klingen meist vor dem 6. Lebensmonat wieder ab, können aber auch jahrelang bestehen bleiben.
Die Entwicklung der Kinder wird hierdurch nicht beeinträchtigt.

Die häufigste nicht-epileptische Myoklonus-Erkrankung ist die so genannte Myoklonus-Dystonie. Bei dieser Erkrankung, die typischerweise in den ersten Lebensjahren beginnt, stehen Myoklonien am Kopf/Hals und an den Armen ganz im Vordergrund. Sie beeinträchtigen die Willkürmotorik. Die Bewegungen werden ruckelig und ungenau. Oft liegt eine erbliche Belastung vor. Auch wenn der Krankheitsverlauf gutartig ist, sind die Symptome sehr lästig und einschränkend.

Myoklonien können bei einer Reihe anderer Krankheiten auftreten.
Häufiger finden sie sich bei bestimmten Stoffwechselstörungen oder bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Nervensystems. Zur Klärung der Ursachen eines Myoklonus ist in den meisten Fällen eine weiterführende Diagnostik in einer Kinderklinik anzuraten. Myoklonien können durch einige Medikamente oder auch eine Behandlung mit Botulinumtoxin-Spritzen oft verbessert werden.