Bei der Dystonie kommt es durch dauerhafte oder vorübergehende unwillkürliche Anspannung unterschiedlicher Muskelgruppen zu verdrehenden, verkrampfenden, mitunter bizarren Bewegungen und einer abnormen Haltung in den betroffenen Körpersegmenten. Oft wird die Dystonie durch Bewegungen oder Handlungen ausgelöst. Manche Formen der Dystonie sind an bestimmte Aufgaben gebunden.
So tritt beispielsweise eine Armdystonie bei manchen Patienten nur beim Schreiben („Schreibkrampf“) oder nur beim Spielen eines Instrumentes („Musiker-Dystonie“) auf. Bei anderen Patienten sind Symptome auch in Ruhe vorhanden, verschlimmern sich dann aber bei Bewegungen.

Ein  Patient mit Blepharospasmus und Krämpfen der Kaumuskulatur (sog. oromandibuläre Dystonie): "De Gaper", verewigt in einem berühmten Bild des niederländischen Malers Pieter Brueghel aus dem 16. Jahrhundert.

Patient mit oromandibulärer Dystonie verewigt in einem berühmten Werk „De Gaper“  des niederländischen Künstlers Pieter Brueghel (kein Copyright,siehe http;//nl.wikipedia.org/wiki/Abfeelding:DeGaper.gif).

Die Dystonie wird typischerweise nach dem betroffenen Körperteil eingeteilt in umschriebene (fokale) Dystonie (z.B. Schreibkrampf), segmentale Dystonie (mehrere benachbarte Körperteile) oder generalisierte, d.h. den ganzen Körper betreffende, Dystonie. Während bei Erwachsenen Symptome meist am Hals, im Gesicht oder an der Hand beginnen und sich dann ggf. auf ein benachbartes Segment (z.B. vom Hals auf die Schulter oder einen Arm), nicht jedoch auf die Beine ausbreiten, besteht bei Kindern eine Tendenz zur Generalisation der Dystonie.

Die Symptome starten bei etwa 80% vor dem 15. Lebensjahr, und zwar am Fuß oder am Arm. Je früher der Erkrankungsbeginn, desto wahrscheinlicher beginnt die Dystonie am Bein und desto schwerer ist der Verlauf.

Die Ursachen der Dystonie sind vielfältig. Oft lassen sie sich nicht klären. Allerdings kann die Dystonie Ausdruck einer Stoffwechselstörung, Erbkrankheit, oder einer strukturellen Schädigungen des Nervensystems sein. Insofern ist bei vielen Patienten, insbesondere Kindern, eine sorgfältige stationäre Untersuchung erforderlich.

Die Behandlung der Dystonie richtet sich nach dem Schweregrad und der zugrunde liegenden Erkrankung. Manche Formen der Dystonie lassen sich sehr gut mit bestimmten Medikamenten behandeln.
Bei den umschriebenen Dystonien im Erwachsenenalter sind Behandlungen mit Botulinumtoxin-Injektionen oft sehr hilfreich. Bei schweren segmentalen oder generalisierten Dystonien kann auch ein neurochirurgischer Eingriff (z.B. die tiefe Hirnstimulation) erwogen werden.